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HAUSMITTEILUNGEN

Irgendwann…

…bin ich dort! Und weil ich das jedes Mal sage wenn ich etwas über den Burning Man sehe, schreib ich das hier mal auf. Damit ich es nur ja nicht aus den Augen verliere!

In seinem Film hat Rich van Every obligat opulente Bildern geschnitten und Künstler nach ihrer Motivation befragt. Mir hat es die Earth Harp bei 9:10 ganz besonders angetan.

 

Gschnas

Gelegentlich muss man auch mal über seinen Schatten springen. Deshalb hat sich die liebe Familie letztes Wochenende ein kostümiertes Stelldichein mit lieben Freunden gegönnt.

Arbeitsplatz in Gemeinschaftsbüro zu vergeben

Letzten Oktober habe ich gemeinsam mit @rapunze, @lui_pal und @glyphe das Gemeinschaftsbüro N19 gegründet. Ich musste wohl aus meinem geliebten Homeoffice ausziehen um jetzt zu merken dass es dort doch ziemlich super ist. Eine Zeit lang hab ich mir die Situation schön geredet, aber letzte Woche, im Urlaub habe ich dann die Entscheidung getroffen. Mit ein bissl Wehmut zwar, denn mit den Kollegen war es immer recht lustig, aber die Vorteile in der Baumgasse überwiegen.

Inserat:

Drei Grafik Designer bieten ab sofort einen Arbeitsplatz im Gemeinschaftsbüro N19 an. Arbeitsbereich mit Schreibtisch, Regalen und Pinwand, Küche, WC, Ess- und Besprechungsraum.

  • Internet mit W-Lan, 100 MBit
  • Versicherung (Einbruch, Diebstahl, Brand, Wasser)
  • Energiekosten (Strom, Gasetagenheizung)
  • Regelmäßige Reinigung
  • Tolle Aussicht:

  • Monatsmiete: 310 €
  • Kaution: 750 €
  • Investitionsablöse: 500 €

N19 ist ein helles Großraumbüro (83 m²), frisch renoviert, mit Eingang direkt von der Straße. Das Büro ist in 5 Minuten Fußweg von den U-Bahn-Stationen U3 Zieglergasse oder U4 Pilgramgasse zu erreichen.

Adresse: 1060 Wien, Liniengasse 2B
Anfragen:
Elisabeth Marek, 0650 322 44 78, post@rapunze.at

Mit der Bitte um Verteilung. Danke!

Wer die Wahl hat…

…hat die Qual.

Alles klar, über 1/4 der Wiener Wähler ist der Angstmacherei und dem Opportunismus des FPÖ-Wahlkampfs auf den Leim gegangen. Nicht ganz so viel vielleicht, wenn man den ewig gestrigen brauen Bodensatz der Partei abzieht. Mastermind Kickl hat wieder oppulent die Kommunikationsorgel gespielt. Der Mann ist genial, arbeitet aber leider auf der falschen Seite. Brainwash him! Von dem werden wir noch einiges vorgesetzt bekommen. Und es wird funktionieren weil sich die SPÖ mit selbstgefälliger Arroganz langsam selbst beerdigt. So sehr ich auch die Geradlinigkeit unseres Bürgermeisters zu schätzem weiß, aber wir leben in einer Demokratie. Schon lange! Und die anderen? Die ÖVP bringt weniger Vision an den Start wie der Vatikan und die Situation der Grünen beschreibt Florian Scheuba im heutigen Standard so:

Die Grünen sind ein Flugzeug: Vassilakou eine ehrgeizige Pilotin, Van der Bellen ein erfahrener Co-Pilot – und ihre Parteibasis sind 4000 Tonnen Koffer Übergewicht, die dafür sorgen dass der Flieger nicht mal bis zum Rollfeld hinaus kommt. Dass er auf diese Art niemals abheben wird, stört die meisten Insassen nicht, da sie keine Vorwurf mehr fürchten als den der Abgehobenheit. Und so spielt man das Flugszenario “Turbulenzen” eben auf dem Boden nach.

Stimmt, aber trotzdem hab ich sie gewählt. Das kleinste Übel eben, tut am wenigsten weh.

Ach ja, einen noch, für die 27% Hirnlosen: Immer drauf achten, dass man noch etwas zu sagen hat wenn man seine Stimme abgibt.

Berlin

Als ich das letzte Mal in Berlin war, trieb Techno gerade zur Hochblüte aus. Viel Zeit verbrachte ich damals mit soziomusikalischer Feldforschung in aufgelassenen Kinosälen, gesperrten Tiefgaragen oder hippen Plüschclubs deren Adressen nur unter der Hand zu haben waren. Und nun, eine kleine Ewigkeit später, der erste kinderlose Kurzurlaub. Wieder zu zweit, nach 5 Jahren Elternschaft. Und gleichzeitig mein 50er.

Der begann Montag mittags, mit alten Freunden, in der mittlerweile legendären Bar25. Eine freakige Hippiekulisse am Spreeufer, wo in einem der Schuppen gut aufgelegt und mit dem Saxophon live performed wurde. Kameras sind dabei streng verboten und so hab ich mich nur getraut den Kerl am Eingang abzulichten.

Die Besetzer des Areals mussten sich dieser Tage nach jahrelangem Ringen der Stadplanierung geschlagen geben. Bald werden auch hier irgendwelche gesichtslose Mediatower stehen, wie in anderen Großstädten auch. Die Uniformität spürt man auch deutlich in den etablierten Stadtvierteln, wo es uns nur wenig hinzog, wenn gleich der Besuch im Cookies Cream schon etwas besonderes hatte.

Das Restaurant ist unfindbar in der Lieferantenzufahrt des Westin Grand Hotels versteckt. Wenn man sich nicht von der skurilen Szenerie hat abschrecken lassen, an überdimensionalen Kronleuchtern und Mülltonnen vorbei ist und durch einen dunklen Treppenaufgang nach oben navigiert hat, landet man in einem betonrohen Raum mit Spermüllmöbeln und hochweisser Tischdeko. Als erstes sieht man ein monumentales Gemälde auf dem Ficken steht. Das durfte ich aber auch nicht fotografieren. Das Essen war dafür sehr sexy. Kulinarisch, vegetarisch und überaus empfehlenswert.

Der Prenzlauer Berg hingegen zeigt sich charmant Bobo-esk, sehr hübsch mit ausreichend schicken Shops und Kunstgalerien. Zwischendurch aufgelockert durch Kleinode kreativen Schaffens.

Genial fand ich, wie sich die Volksbühne während der Sommerpause zeigt. Das Office for subversive Architecture hat an der Frontseite fünf zusätzliche, täuschend echte Säulen plaziert und sorgt damit für die totale Blickverschiebung. Die Installation hat den Titel “Eintritt frei”.

Unser Apartment hatte ich übrigens über Airbnb gebucht, und es hielt mehr als die Bilder ohnehin schon versprochen hatten. Eine Ruheoase im zweiten Innenhof eines Backsteingebäudes, wie daheim. Modernes Interieur, eine kleine Terasse, W-Lan, großer Flatscreen-TV, der Kühlschrank gefüllt mit Prosecco und Trinksemmeln. Es fehlte einfach an nichts.

Und vor der Tür: Friedrichshain, eine pulsierende Gegend, (noch) gut durchmischt mit revitalisierten Gebäuden und einer unpretentiösen und subversiven Strassenszene die ich mir so in Wien wünschen würde. Hier macht man einfach, ohne auf amtliches Wohlwollen zu warten. Das spürt man an jeder Ecke, wie hier im liebenswürdigen DVD-Verleih “Filmkunst” mit angeschlossenem Espressoausschank:

So siehts drinnen aus:

Ständig war ich der Meinung es liegt Geld auf der Strasse. Dabei handelte es sich aber um zahllose, in den Asphalt gepresste Kronenkorken, die das Sonnenlicht reflektierten. Ich war auch erstaunt, daß gefühlt jeder zweite Mensch nach Sonnenuntergang eine offene Bierflasche bei sich hat. Die Pfandflaschen werden nach deren Entleerung ordentlich an neuralgischen Plätzen abgestellt werden. In den noch späteren Abendstunden sieht man andere Menschen diese einsammeln. Mikroökonomie!

Bier scheint mir in Berlin einen ähnlichen Funfaktor zu haben wie hierzulande das Oxenkracherl. Für die Rund-um-die-Uhr Versorgung gibt es den Spätkauf, oder “Späti” wie die Berliner sagen. Hier gibt es alles, an jedem Eck und zu jeder Zeit. Und noch dazu in guter Atmosphäre.

Natürlich haben wir uns auch richtige Sehenswürdigkeiten angesehen, die East Side Gallery…

…oder das Denkmal für die ermordeten Juden Europas. Ein Ort wo fotografieren sowieso sinnlos ist. Inmitten der über 2000 Betonstelen versinkt man in Bedeutungslosigkeit.

Mehr Bilder aus Berlin gibt es hier »

Die fünf Tage vergingen im Flug. Auf der morgendlichen Fahrt zum Flughafen erhalten wir von unserem Taxifahrer noch einen historischen Abriß über den Werdegang Berlin, vom deutschen Reich, über die Weimarer Republik bis zur Teilung der Stadt und dem Fall der Mauer. So ein geschichtlicher Rundumschlag braucht natürlich seine Zeit. Ich bin mir ziemlich sicher, mit dem öffentlichen Bus wären wir schneller am Flughafen gewesen. Die Frage ob er aus Ost- oder Westberlin stammt beantwortet er mit “Süden” und kurz vor der Einfahrt nach Tegel sagt er dann plötzlich: “Aber jetzt erzählen sie mal. Wie ist eigentlich Österreich entstanden?”

Die Geschichte erzähle ich wenn ich wieder komme.

Farbmanagement für CS4 auf Apple in 3 Schritten

Je-des-mal wenn ich einen Apple von Grund auf neu installiere (10.5.8), google ich mir den korrekten Workflow für das Einrichten des Farbmanagment. Warum überhaupt Colormanagement soll aber nicht Gegenstand dieses Eintrags sein. Alles Wissenswerte über Farbprofile findet man auf Cleverprinting.de. Wirklich Empfehlenswert ist der kostenlose Download mit alle Infos über Colormanagement und Druckvorbereitung auf dem Apple sowie alle Einstellungen für druckreifen PDF-Export.

1) Farbprofile laden. Auf der Website der European Color Initiative ECI gibt es kostenlose Profile für Druckstandards. Die Pakete eci_offset_2009.zip und ecirgbv20.zip downloaden und auf dem Apple in Library/ColorSync/Profiles legen. Den Rechner neustarten.

2) Photoshop starten, Bearbeiten/Farbeinstellungen öffnet dieses Fenster:

Farbprofile
Hier zu sehen mit meinen Einstellungen. Für so gut wie alle Print- und Screenprojekte anwendbar. Spezialwünsche sollte man ohnehin mit der Druckerei seines Vertrauens besprechen. Die Einstellungen als Profil speichern, Photoshop schliessen.

3) Bridge starten, Bearbeiten/Creative Suite-Farbeinstellungen öffnet ein Fenster mit einer Liste von Farbprofilen. Dort das eben gespeicherte Profil auswählen auf Anwenden klicken. Damit ist CS4 voll synchronisiert. Illustrator und Indesign machen das automatisch. Thats it.

RSS-Feed aktualiseren

Im Zuge der Umbauarbeiten an der Einvoll-Website ändert sich auch einiges an der bisherigen Struktur. Das Blog ist schon seit ein paar Tagen online. Aus diesem Grund gibt es auch neue Adressen der RSS-Feeds für Beiträge und Kommentare:

RSS-Feed für Beiträge: http://einvoll.net/feed/
RSS-Feed für Kommentare: http://einvoll.net/comments/feed/

Sorry, wegen der Umstände. Verspreche hiermit öffentlich, dass so etwas nicht mehr vorkommt.

Barfuss im Netz

Klingt wie ein Filmtitel, ist aber keiner. Vielmehr habe ich die meiste Zeit unseres Workshops so verbracht. Vier Tage Wissensvermittlung über zeitgemässe Kommunikationsformen gemeinsam mit Rita und Christiane von Sonnos.

Vier besondere Tage.

Im Internet, speziell im Web 2.0 ist technologisches Wissen zwar von Vorteil, aber nicht zwingend notwendig. Viel wichtiger ist ein Verständnis für Begriffe wie Informationskompetenz oder Social Networking. Das lässt sich nicht allein am Laptop vor dem Beamer vermitteln, dafür braucht es ein anderes Setting. Das Geheimnis dieses Workshops sind die wechselnden Erfahrungsräume. Kommunikation auf verschiedensten Ebenen: Vorträge, Gesprächsrunden, RappelZappel-Körperübungen und gemeinsames Arbeiten im Projektblog gestalten den Semiarablauf. Und das inmitten herrlicher Natur und bei frühsommerlichen Temperaturen. Was will man mehr.

Update: Die Vorträge:

Jedes Mahl ein kleines Fest

Sie fehlt mir. Wirklich! Vor etwa zwei Jahren, als sich Judith von der Arbeitsbühne unserer kleinen, feinen Agentur zurückzog um 100% Mama zu sein, dachte ich nicht dass sie hier ein so grosses Loch hinterlassen würde. Gemeinsam haben wir EINVOLL vor 6 Jahren gegründet, wir haben das Baby durch die Pionierphase und manchmal auch auftragsarme Zeiten geführt und durften aber schon bald den verdienten Erfolg miteinander teilen.

Kinder verändern viel in einem Elternleben und sind eine ständige Herausforderung sich den eigenen Sichtweisen immer wieder neu zu stellen. Am Ende ist nichts mehr wie es am Anfang schien. Und das ist auch gut so. Nach Judiths Rückzug ins Privatleben dauerte es eine Weile bis ich EINVOLL wieder neu ausgerichtet hatte. Nachträglich betrachtet war es das Beste was mir passieren konnte. Am Anfang noch ziellos, ist es heute gelungen das Agenturprofil so zu schärfen dass ich mir das erste Mal in meinem Arbeitsleben keine Sorgen mehr über die Zukunft machen muss. Herzlichen Dank an dieser Stelle auch an alle unsere mitlesenden Auftraggeber.

Meine Frau ist, im Gegensatz zu mir, mit Urvertrauen gerüstet und macht sich über die Zukunft nicht allzusehr den Kopf. Sie hat ein veritables Lebensmotto, sie folgt einfach ihrer Leidenschaft. Und die ist das Kochen, oder besser gesagt: der Genuss. Als wir uns Nov 2001 kennen lernten, war Sie Organisatorin und gute Seele fremder Ideen, heute betritt Sie Ihre eigene Bühne und möchte für und mit Menschen kochen, Feste organisieren und all ihre Erfahrungen weitergeben. Und mir wurde die Ehre zu Teil ein Kommunikationskonzept für sie zu entwickeln. Aus Judith Holzer wurde:

Schriftzug

Titi Laflora ist einer der unzähliges Kosenamen die mir in der ersten Zeit unserer Verleibtheit in den Sinn kamen. Er ist ihr über die Jahre geblieben und steht ihr heute besser denn je. Von Beginn des Designprozesses an, vor etwa einem Jahr, war klar dass wir diesen Namen verwenden wollen. Auch die Wahl des Schriftzug war ein Entwurf der ersten Stunde, da konnte auch langwieriges Herumfeilen daran nichts ändern. Die Hilfe unseres Haus- und Hoftypografen brachte uns wieder auf den richtigen Weg.

Tradition, Individualität und Leichtigkeit

Diese drei Werte sollte das Design transportieren. Aber nicht im engen Korsett eines klassischen Corporate Designs sondern in einer leichtfüssigen Bildsprache die sich individuell adaptierbaren lässt. Nach dem Namen und dem Schriftzug entwickelten wir gemeinsam mit Jan Maan die Bildmarke, ein Portrait Judiths im Retrolook. Daraus leiteten wir weitere Designmodule und das Farbklima für die Bildsprache ab.

visitenkarte

Im Zuge der Strukturierung der Website entwickelte sich der Leitspruch »Jedes Mahl ein kleines Fest« und ein detailverliebtes Wording von der Angebotspalette bis zur Emailadresse. Das Design für die Website war dann allerdings ein echt harter Knochen. Erst in der fünften Entwurfsphase hatte ich eine Basis auf der ich dann gemeinsam mit Judith die Feinheiten entwickeln konnte. Manche Designelemente entwickelten sich erst während der liebe Moritz die Website programmierte. Seit ein paar Tagen ist sie nun online, wird aber in der nächsten Zeit noch kräftig weiterentwickelt. Für die Zukunft haben wir auch einen Videocast geplant.

Und hier gehts zur Website: www.titilaflora.net »

Bloggen macht glücklich

Für die Einen ist das Internet eine Brutstätte für Kriminalität und Kinderpornografie oder das Grundübel für Zeitverlust und Informationsüberflutung. Für Andere wieder ist es die blanke Überforderung. Sie wissen zwar dass sie eigentlich müssten, stehen sich aber dann doch wieder selbst im Weg. Es gibt aber auch Andere, für die ist es eine Herausforderung, oder noch besser, eine Möglichkeit. Das sind Jene, bei denen die Neugier siegt. Ein Solcher ist mein Vater.

Internet hat er seit mehreren Jahren und nach langem Intervenieren meinerseits ist er seit 2 Jahren auch stolzer Besitzer eines MacBooks. Der unlimitierte Zugang zu jeder Art von Information, ist für jemanden der Wissen aufsaugt wie ein Schwamm, die Offenbarung schlechthin. Ich bin mir sicher dass er einer der Premiumnutzer der Wikipedia und auch anderer Wissensbörsen ist. Seine Wanderungen, die ihn früher durch die österreichischen Alpen führten setzt er heute in Google Earth fort. Vor etwa einem Jahr bat er mich dann, ihm ein Weblog einzurichten indem er seine Gedanken niederschreiben konnte. Endlich, dachte ich, teilt er sein über Jahrzehnte erworbenes Wissen.

Als Zeuge einer Zeit, die ich mir gar nicht mehr vorstellen kann, erlebe ich durch sein Schreiben die Geschichte aus erster Hand und nicht durch den Filter subjektiv gesteuerter Medienredaktionen. Obwohl ich vieles bereits aus seinen Erzählungen kannte, bekommt mein Vater und seine Gefühlswelt auf einmal ein Gesicht. Nie würde man hinter diesen Zeilen einen 83-jährigen vermuten. Vor allem schreibt er ohne Absicht, er tut es einfach. Und je mehr er schreibt desto weiter taucht er in die Vergangenheit zurück und stellt fest, dass man sich dafür interessiert. Er schreibt über seine Zeit als 19-jähriger Soldat in Italien, die Tatsache vor Augen in Bälde an der Front verheizt zu werden. Er beschreibt das Ressentiment der italienischen Gastfamilie und wie es sich mit der Erkenntnis im gleichen Boot zu sitzen langsam in Gastfreundschaft und Zuneigung wandelt. Und er erzählt von Augusta und der aufkeimenden Liebe zwischen den beiden die aber ohne jede Perspektive für die Zukunft scheint. Das Schreiben im Weblog aber auch die Reflektion der Kommentare auf seine Beiträge spornen ihn an noch weiter einzutauchen in die eigene Geschichte. Und plötzlich passiert etwas Unglaubliches:

In einem Kommentar auf einen jener Artikel meldet sich ein mittlerweile in Lugano lebender Italiener, der aus der Gegend kommt und besagte italienische Familie kennt. Herrlich, nicht? Aber es kommt noch besser: Die beiden intensivieren Ihren Kontakt via Email, man schickt alte Fotos in beide Richtungen, und dann, letzten Sonntag Abend, läutet bei meinem Vater das Telefon. Eine dunkle, weibliche Stimme mit fremden Akzent fragt ob er wisse wer sie denn sei. Alles Raten ist zwecklos, zu unglaublich das alles zu erdenken. Denn es stellt sich heraus das hier Pierina, die jüngere Schwester der damaligen grossen Liebe Augusta, am anderen Ende der Leitung ist. Als würde sich ein Fenster öffnen das über ein halbes Jahrhundert verschlossen war. Über den Fortgang dieser Geschichte hoffe ich bald weiterlesen zu dürfen.

So sehr ich das Internet und Weblogs im Speziellen erforscht habe und geglaubt habe zu verstehen, habe ich erst jetzt mit ihm erlebt was alles entstehen kann wenn man sich authentisch mitteilt und die technologischen Möglichkeiten die einem heute geboten werden vorbehaltlos nutzt. Meine grösste Freude ist es mitzuerleben wie viel Spass es ihm macht und wie das seine eigene Lebensfreude unterstützt.

Vielleicht waren wir nicht immer füreinander da wenn wir es gebraucht hätten, aber dort wo sich unsere beiden Lebenslinien berührt haben sind immer die wesentlichen Bausteine meines Lebens gewachsen. Allein dafür gilt ihm der grösste Dank dem man seinem Vater gegenüber aussprechen kann. Und auch dafür zu allem eine Meinung zu vertreten.

Weil Einvoll & Zeichenschatz gemeinsam noch besser sind.

Wir wachsen zusammen.
Und sind jetzt 86/60.