Blog

Aufbruch ins mediale Hinterland

Kitchen Sound Performance

Nachdem die Kitchen Sound Performance nun zum dritten Mal stattfand wurde es Zeit für ein Logo.

Stainless / Adam Magyar

Manchmal kann man die Anziehungskraft von Bildern weder verstehen noch erklären. Zeitlupe hat von Haus aus schon etwas magisches. Wenn sie sich dann noch in verschiedenen Ebenen abspielt steigt das Hirn offentsichtlich aus.

Adam Magyar filmt aus in Stationen einfahrenden U-Bahnzügen. Die Zeit scheint still zu stehen und gleichzeitig zieht das Leben an einem vorbei. Auch wenn es aussieht dass alles still stehen würde, tut sich hier einiges.

 

Paolo Barzman

Tilt Shift Motive werden zur Zeit rauf und runter gespielt. Ich steh ja mehr auf den klassischen Blur-Effekt. Ein wahrer Meister darin ist der französiche Regisseur Paolo Barzman. Er fotografiert mit einer Leica Camera AG M9. Besonders schön finde ich dass die Bilder so gar nicht Hi End aussehen. Sie werden vor allem durch das Spiel von Kontrasten und Farbreduktionen so lebendig.

man having forgotten his head at home

nobody remembered how it started

mise-en-scène

the happy traveller

stories

Flickr Stream von Paolo Barzman

 

Schwierig ist gut. Die Aufgabe meines Lebens.

Seit ziemlich genau einem Jahr habe ich schlaflose Nächte. Auf einmal war ich Zeremonienmeister. Ohne lang nachzudenken hatte ich nämlich JA gesagt, als mich unsere Freunde Birgit und Oliver fragten, ob ich mir vorstellen könnte ihre Hochzeitszeremonie zu gestalten. Die Beiden wollten zwar nicht kirchlich heiraten, aber trotzdem im Rahmen einer Zeremonie vor Freunden und Familie ihr JA besiegeln. Das Ritual sollte im Schlosspark von Schloss Wetzlas stattfinden. Ein märchenhafter Platz, uralte Hainbuchen, imposante Tulpenbäume, und ein sensibel renoviertes Gebäude aus dem frühen 18. Jhd. Ein würdiger Platz für ein Hochzeitsfest. Das Vertrauen der Brautleute ging soweit, dass sie sich überraschen lassen wollten und mir völlig freie Hand liessen.

Projekte mit derart langen Vorlaufzeiten verleiten immens dazu hinaus geschoben zu werden. Gegen Halbzeit begann ich aber langsam unruhig zu werden. Keine Idee weit und breit. Und da wurde mir klar, dass die Aufgabe nur zu lösen ist, wenn ich mich mit der Bedeutung der Ehe wirklich auseinandersetze. Am besten mit der eigenen und am besten mit der eigenen Frau. Also machte ich mich daran mich meiner eigenen Gelöbnisse zu erinnern. Und musste feststellen, dass 13 Jahre Beziehungsalltag, davon 8 Jahre in Elternschaft schleichend Spuren hinterlassen. Während der darauf folgenden überaus intensiven und fruchtbaren Auseinandersetzung über Beziehung lieferte meine Frau das passende Stichwort im richtigen Moment:

Ehe ist eine Verbindung von Lebenswegen

Klingt selbstverständlich, war aber doch die zündende Idee. Ich wollte die beide Brautleute irgendwie verbinden, ohne sie dabei aber zu fesseln. Die Lösung war naheliegend, ich musste einen Raum um das Paar herum schaffen. Einen Kokon. Gross genug um sich darin angenehm bewegen zu können, klein genug um sich darin wirklich nahe zu kommen. Abgeschlossen genug um sich darin loslassen zu können, transparent genug um sich darin nicht abgeschlossen zu fühlen. Und natürlich auf die Essenz reduziert.

Realisiert habe ich diesen Kokon mit einer Konstruktion aus Holzleisten in die LED-Lichtbänder eingeklebt wurden. Alles ist klappbar denn die ganze Installation sollte natürlich in unseren T4-Bully passen. Ausserdem musste das Ganze ja auch in den Schlossräumen funktionieren, falls das Wetter nicht mitspielt. Das Objekt hatte ich sofort vor meinem inneren Auge. Vor allem wenn es in der Nacht im dunklen Schlosspark stehen würde mit seinem leuchtenden Rahmen. Um aus der Rahmenkonstruktion einen Raum zu machen habe ich ihn mit zwei Stoffbahnen umwickelt. Den passenden Stoff zu finden war eine echte Herausforderung. Am Beginn der Zeremonie hatte der Stoff noch eine ander Aufgabe. Die Stoffbahnen würden auf dem Boden liegen und die Lebenswege der Beiden symbolisieren. Der Stoff musste also zuerst aufgerollt und danach, beim Verbinden des Raumes, wieder abgerollt werden. Damit das wirklich ordentlich funktioniert – in der Zeremonie machen das aufgeregte Väter und ebensolche Trauzeuginnen – habe ich eigene Rollen entworfen und sicher 3x umgebaut weils anfangs partout nicht klappen wollte. Ein Aufbautest zerstreute letztlich fast alle Bedenken:


Direktlink >

Letzten Samstag war der grosse Tag. So viel sei gesagt, die beiden sind jetzt ein glückliches Paar (eigentlich waren sie es schon vorher), ich schlafe wieder gut und unsere Ehe hat wieder die Qualität die wir uns gegenseitig versprochen haben. Ich bin sowas von dankbar, dass die Beiden mir das zugemutet und zugetraut haben. Alles Gute für Euch!

Bilder werden nachgereicht.

Red Bull Illume Photo Contest

Grossartiges Bildmaterial von den Gewinnern des Red Bull Illume Photo Contest. Es ging um Sport- und Actionfotografie abseits des Mainstreams. Hier gibts meine Lieblinge, dort gibts die Top 50 zum Anschaun.

Einfach sagenhaft, wie gut es Red Bull beherrscht, sich glaubhaft bei zukünftig finanzstarken Zielgruppen zu positionieren. Nur so nebenbei bemerkt.



Surfen durch die Welt – mit Multimedia

Eurovisions Song Contest 1996, Vorentscheidung. Mein Textfavorit:

Komm heut nacht ins Internet,
ich warte schon auf dich.
Mensch, sein ein User,
geh online,
im E-Mail triffst du mich.

Da soll noch einer behaupten die Deutschen haben keinen Humor.

Gute Einsichten, schlechte Aussichten

Das macht mich schon ein wenig nachdenklich.

Klappe, die Erste

Seit langem schon begleitet mich der Wunsch bei den Dreharbeiten für einen Spielfilm mitzuarbeiten. Einmal den richtigen Profis hinter der Kamera auf die Finger schaun. Einmal zusehen wie man mit Licht, Ton, Schauspielern, Kostüm, Maske und Nebelmaschinen umgeht. In welcher Funktion war mit dabei egal, ich hätte auch den Kabelträger gemacht. Und mit einem Mal wird dieser lang gehegte Wunsch Realität.

Letzten Sonntag wars dann soweit. 7 Uhr, Cafe Sperl, erster Drehtag für einen Kurz-Spielfilm über Lina Loos und ihre Beziehung zu Ihrem Mann, dem Architekten Aldolf Loos und zu ihrem Liebhaber Heinz Lang. Der Film bewegt sich auf den Lebensspuren der Jahre 1902 bis 1904 und hat die erste österreichische Frauenbewegung als historischen Hintergrund. Das Drehbuch beruht auf einer intensiven Recherche in verschiedenen Nachlässen, insbesondere den Briefen von Adolf Loos und ihres Freundes Peter Altenberg.

Ich bin zuständig für Szenografie und Ausstattung, das heisst ein Auge darauf zu haben den Look der Jahrhundertwende echt zu gestalten. Vor lauter Eindrücken hatte ich kaum Zeit zum Fotografieren. Das Bild finde ich von der Stimmung und vom Licht ganz bezaubernd, wie eine kleine Zeitreise. Zu sehen ist Sarah Born als Lina Loos.

Loos

Lass mich nicht hängen

Über die Foodinstallation “Lass mich nicht hängen” habe ich hier ja schon geschrieben. Aus den Bildern der Veranstaltung habe ich auf die Schnelle einen kleinen Film geschnitten. Bitteschön!

1. Klasse

Schwupp di Wupp, und das erste Schuljahr für unseren Grossen ist bereits Geschichte. Es war ein grossartiges Jahr, mit vielen Ängsten und Unsicherheiten vor Beginn, die sich aber rasch in eine unbändige Freude am Lernen verwandelten. Dafür sorgen vor allem Gudrun und Milena, seine Lehrerinnen. Die sind nämlich 1. Klasse! Als kleines Dankeschön für deren liebevolles Engagement haben sich alle Kinder aus der Klasse von mir artig fotografieren lassen.

Inspiriert von Jan von Holleben und seinem Projekt Dreams of Flying, habe ich die Kinder einzeln auf dem Boden von oben fotografiert und sie einfach das tun lassen, was sie wollten. In erster Linie ging es mir um ihre Individualität. Alle 11 Kinder waren nach einer Stunde im Kasten. Das Freistellen der Bilder war am aufwendigsten und verschlang gute 20 Stunden. Danach wurden die einzelnen Bilder in einem Kreis wieder zusammen montiert, und mit den Illustrationen ergänzt. Der fertige Fotoprint hat einen Durchmesser von 35cm und wurde dann hinter einer runden Acrylglasscheibe kaschiert.

Und weil das soziale Lernen ein Schwerpunkt in Felix Schule ist, wollte ich unbedingt, dass sich das Bild drehen lässt. Alle Kinder sollten mal ganz oben, mal links und mal rechts rum sein können, und auch mal unten rum verkehrt.

Auf der Suche nach einem Bauteil mit dem sich das bewerkstelligen lässt, klapperte ich sämtliche Baumärkte, Beschlagsfirmen, Rollen-, Rad- und Kugellagerhersteller ab. Erfolglos, leider, und wenn es einem an der passenden Fachterminologie fehlt, ist man mit so einem Thema sogar im Internet aufgeschmissen. Zu guter Letzt fand sich dann ein Drehteller für Monitore als perfekte Lösung.

klassenbild

Und… Die Freude war gross! :)

Weil Einvoll & Zeichenschatz gemeinsam noch besser sind.

Wir wachsen zusammen.
Und sind jetzt 86/60.